Eine Apfelblüte an einem Zweig.

April: Gartentipps für Stadtgärtner (9)

Phosphordüngung an Obst

Vor allem auf Sandböden tritt manchmal ein Phosphormangel bei Obst auf. Deutliches Zeichen sind kleine schorfige Früchte und häufig der Abwurf aller Früchte vor der Ernte. Sie können dagegen mit „Superphosphat“ düngen oder sie graben im Wurzelraum Löcher in die Erde und füllen dort Kompost auf (z.B. 5 Löcher mit 10 Liter Kompost für einen Baum mit 3 m Kronendurchmesser). Kompost ist ein Mehrnährstoffdünger. So gelangt der darin enthaltene Phosphor oder auch Spurenelemente schnell an die Wurzel.
Wer in diesem Jahr noch schnell etwas unternehmen will, kann auch einen flüssigen Mehrnährstoffdünger mit Spurenelementen nehmen und ihn doppelt so stark wie Angegeben verdünnen und dann direkt auf die Blätter des Baumes spritzen. Mit dieser Blattdüngung kommen alle Nährstoffe schneller in die Pflanze als über Boden und Wurzel.

Schwarze Bohnenlaus

An Dicken Bohnen im Garten und vor allem deren Triebspitzen breitet sich die schwarze Bohnenlaus aus. So zeitig im Jahr sind die Nützlinge noch nicht richtig munter und helfen kaum bei der Bekämpfung. Befallene Stellen an den Pflanzen können Sie mit einer 5%igen Seifenlösung einsprühen. Diese vernichtet alle getroffenen Läuse, ohne die Pflanze zu beschädigen und ohne Nützlinge zu gefährden.

Giersch bekämpfen

Der Frühling kommt und der Giersch (Aegopodium podagraria) macht sich schon wieder im Garten breit – wie wird man ihm los? Diese Staude ist mit ihren unterirdischen Ausläufern schwer zu bekämpfen. Im Gemüsebeet hilft nur Jäten, Ausstechen und Pflanzen setzen, die schnell einen dichten Bestand bilden. Wenn Sie ein neues Beet anlegen und eine Giersch-Fläche daneben haben, dann setzen Sie eine Wurzelsperre aus Blech oder Stein, die mindestens 20 cm in den Boden reicht. Selten wächst der Giersch tiefer und sie können ihn so gut abhalten. In Wiesen hilft nur auf den rasenmäher verzichten, denn im hohen Gras stirbt er nach 3 – 5 Jahren an Lichtmangel. Im Staudenbeet lässt er sich am einfachsten bekämpfen: Einfach deckende Stauden wie Hosta, Lungenkraut, Sedum, Frauenmantel oder Beinwell einsetzen und warten bis der bestand dicht ist. Dann nur noch die vereinzelten Blätter entfernen, die sich hindurch quälen und die Gierschpflanzen verhungern unter dem dichten Blätterdach.    

Kiwi als Spalier oder wie Wein schneiden

Eine Kiwi ist eine weit rankende Pflanze. Sie trägt  an den einjährigen Trieben – das heißt es macht keinen Sinn sie riesig werden zu lassen, da sie am Altholz nicht trägt. besser ist es sie kurz zu halten oder als Spalier zu schneiden. 

Vogel- und Insektenversorgung

Eine Vogeltränke im Garten aufstellen und Vogelfutter anbieten wird die Singvögel animieren in der Nähe Ihres Gartens zu brüten oder während der Brut zu jagen. Dadurch sehen Sie nicht nur mehr Vögel, es reduziert sich auch die Zahl Ihrer Schadinsekten erheblich.

Stellen Sie etwas geschützter eine Insektentränke auf. Durstige Insekten werden oft angriffslustig oder fressen Beeren und Früchte an, um an das wertvolle Wasser zu kommen. Wenn Sie jetzt schon eine Tränke einrichten, gewöhnen sich die Insekten daran und suchen nicht erst verzweifelt danach, wenn es wieder ein paar trockene Wochen gibt.

In offene Wasserfässer sollten Sie ein Brett schräg einklemmen, so dass hineingefallene Vögel wieder heraus klettern können. Machen Sie lieber einen Deckel drauf.

Goldfische oder Moderlieschen im Wasserfass

Mücken sind ein echtes Problem und sie legen ihre eier auch in Wasserfässern ab. Der Deckel verhindert zwar viel Befall aber nicht alles. Sie können mit ein paar Tropfen Seifenlösung die Oberflächenspannung des Wassers zerstören, so dass Mücken beim Versuch zu landen einfach untergehen, aber dies müssen Sie regelmäßig erneuern. Auch verschiedene Gifte für das Wasserfass müssen regelmäßig erneuert werden. Sie können auch die Öffnungen mit Insektenschutznetz verschließen, sollten aber dann darauf achten, dass das Regenwasser keinen Unrat mit sich führt und das Netz regelmäßig säubern, damit es nicht reißt.  Besser ist es einige Fische hineinzusetzen, die dann darin leben und die Mückenlarven jagen und fressen. Sie brauchen nicht zufüttern, nur sollten sie immer etwa 1/4 des Fasses mit Wasser gefüllt lassen. Im Winter können Sie die Fische dann im Gartenteich (wenn er tief genug ist) oder im Keller in einem Eimer (wenn er kühl ist) überwintern. 

Als Angler können Sie so ihre Köderfische unterbringen und gleichzeitig vermehren. 

Kohlfliege austricksen.

Wer Probleme mit Kohlfliegen hat (z.B. Maden im Stängel der Kohlpflanze oder wurmstichigen Kohlrabi), der sollte dem Kohl einen Kragen verpassen. Dazu schneidet man aus Papier oder Plastik einen kleinen Kreis, den man bis zur Mitte einschneidet. Dann vergrößert man das Loch in der Mitte so, dass der Stängel der Kohlpflanze Platz hat. Nun schiebt man die Manschette unter den Keimblättern um den Stamm, faltet sie trichterförmig nach unten, klammert die Seiten des Kragens zusammen, so dass der Boden um die Pflanze in einem Radius von 5 cm bedeckt ist. Die Kohlfliege legt die Eier dann nicht am Boden in der Nähe bzw. direkt am Wurzelhals ab, sondern auf dem Kohlkragen. Diese Eier vertrocknen dann normalerweise tagsüber und die Pflanze wird nicht infiziert. Wem das zu viel Arbeit ist, der kann die Pflanzen mit einem Insektenschutznetz schützen. Grundsätzlich sollte man das Beet, auf dem man Kohl anbaut, jedes Jahr wechseln. Denn Schädlinge überwintern unter den ehemals befallenen Pflanzen.Wird das Beet nicht gewechselt, schützt das Netz nicht.

Jungpflanzen setzen.

Wer Gemüsejungpflanzen gekauft bzw. selber gezogen hat, sollte beim Auspflanzen darauf achten, dass die Pflanzen am neuen Standort nicht höher und nicht tiefer stehen als zuvor. Drücken Sie die Pflänzchen seitlich gut an (dazu mit je 2 Fingern plus Daumen die Erde neben dem Ballen zum Ballen hin andrücken, nicht den Ballen eindrücken) und gießen Sie sie gut an. Dabei sollten die Blätter nicht verschlämmt und die Wurzeln nicht freigespült werden.

Kleinköpfigen Blumenkohl zum Naschen anbauen.

Es gibt Topf-Blumenkohl zu kaufen, den man ganzjährig kontinuierlich ernten kann. Man sollte sich jedoch dessen bewusst sein, dass der im gesamten Jahr etwa so viel Köpfchen bringt wie eine normale Pflanze bei ein-, maximal zweimaliger Ernte. Und das auch nur, wenn die Pflanze kontinuierlich gedüngt und gegossen wird. Wer gern frischen Blumenkohl nascht, für den ist das eine schöne Sache. Aber auch dann sollte man sich nicht nur einen, sondern mehrere Töpfe mit Blumenkohl auf den Balkon stellen.

Kartoffeln in Eimern und Säcken anbauen

Für ältere, die nicht mehr so gut graben können oder wollen, ist es eine gute Möglichkeit Kartoffeln in Erdsäcken oder mit Erde gefüllten Eimern anzubauen.

Dazu einen 10-Liter-Erdsack senkrecht aufstellen und oben die ausgekeimte Kartoffel einfach 10 cm tief einsetzen und angießen. Unten sind sowieso kleine Löcher im sack, wo das Wasser heraus laufen kann, wenn nicht können (beim Eimer müssen) Sie welche hinein stechen. Die Kartoffel im Gefäß sollte an einem Sonnigen Ort stehen, so dass die Erde sich schnell erwärmt und die Pflanze schnell wächst. Da die gefürchtete Braunfäule erdgebunden ist, sollte bei hochwertiger Erde keine Krankheit auftreten. Wenn die Erntezeit im Herbst ist, können Sie den Sack einfach seitlich aufschneiden und die Kartoffeln entnehmen.

Dies geht gut im Garten oder auf dem Balkon.

Nutzen Sie jedoch niemals Müllsäcke oder ähnliche nach Weichmacher riechende Plastik, da die giftigen Weichmacher in die Kartoffeln ziehen und mit gegessen werden.

Blüten bei Äpfeln, Kirschen und anderem Obst ausdünnen

Viele machen sich Sorgen, wenn sie Blüten beschädigen oder wegschneiden, weil es die Ernte negativ beeinflussen würde. Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Baum macht auf unbekannte Weise eine Schätzung im Juni/ Juli wie viel Früchte er im Folgejahr versorgen kann und legt so viel Blüten an. Normalerweise ist die Fehlerquote etwa 90 %, d.h. 10 % der Blüten werden Früchte, die Sie essen können, die anderen fallen vorher vom Baum. Wenn Sie größere Früchte haben wollen und schwachen Bäumen helfen wollen, dann entfernen Sie am besten einen Teil der abgeblühten Blüten mit der Schere oder brechen die Blütenbüschel aus. Dann hat der Baum mehr Kraft zum Wachsen und die übrigen Früchte werden größer. Vor allem auf Sandböden und bei schwachwüchsigen Gehölzen kann dies einen großen Unterschied machen. Entfernen Sie bei Äpfeln lange Blütentrauben, die als spätere Fruchttrauben sowieso nur faulen würden.

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